Zu Silvester saß ich mit meinem Bruder und meinem Mann in einer Hütte am Kamin und wir haben überlegt, was wir uns für 2016 wünschen. Ich hatte viele Wünsche, einer davon war Freude – wirkliche innere Freude zu empfinden. Das ist nämlich kein Kinderspiel, wenn man so ein verkopfter, getriebener, ständig produktiv-sein-wollender Mensch ist.

Ich muss gerade lächeln, weil ich Kinderspiel geschrieben habe und mir bewusst wird, dass es sicher auch das Kinderspiel ist, das mich die wirkliche Freude lehrt. Seit ein paar Wochen arbeite ich in einem Kindergarten und ich sage euch – das ist wie Urlaub für die Seele! Es gibt diese kostbaren Momente, in denen ich mit den Kindern ganz in einer Geschichte versinke…(manchmal scheine ich die Vorlesestunden mehr zu genießen als die Kinder.) Oder Momente, in denen ein kleines Mädchen, das eben noch den Kopf hängen lies und sich einsam fühlte, weil ihre einzige, allerbeste, liebste Freundin heute nicht da ist, mir mit strahlenden Augen vom Wochenende bei ihren Großeltern erzählt … und fünf Minuten später noch mal zu mir kommt und fragt, ob wir noch ein bisschen „quatschen“ könnten. Diese tiefe Verbundenheit mit einer anderen „kleinen“ Menschenseele zu spüren, macht mich froh! Ich glaube das geht nur, wenn ich der Angst keinen Raum gebe. Und diese Angst drängelt sich leider viel zu oft zwischen mich und mein Gegenüber! Angst, wie der andere etwas auffasst, etwas bewertet, wie er reagiert, die Oberhand zu behalten … „Da ist keine Angst in der Liebe!“

Worüber ich eigentlich schreiben wollte, ist das zur Ruhe kommen in mir und in Gott. Mit Hilfe meines neuen „besten Freundes und Wegbegleiters“ Richard Rohr (von dem ich sicher noch das ein- oder andere Mal erzählen werde), habe ich begonnen ab und zu still zu werden…für ein paar Minuten meine Gedanken unbewertet vorbeiziehen zu lassen und den Raum in meinem Inneren zu betreten, in dem nur Gott ist. Das ist herrlich! Und in demselben Raum muss es eine Quelle geben – das kann ich mir nicht anders erklären – aus der unermüdlich pure Freude sprudelt. Ohne Witz, in diesen Tagen hat Fabian (mein Mann) mich schon mehrfach unvermittelt gefragt: „was freust du dich denn so?“, ohne dass ich ihm darauf eine konkrete Antwort geben konnte. Die Freude ist einfach da!

 

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